Was bedeutet loslassen? Heißt das vergessen? Heißt es Augen verschließen? Heißt es aufgeben? Warum fällt loslassen so schwer? Vor Kurzem habe ich alle meine alten Visitenkarten geschreddert. Ich liebe mein neues Design, meine neue Webseite, mein neues Logo. Ich bin so stolz auf meine neue Positionierung. Trotzdem haderte etwas in mir. Mein altes Logo, die Farben, die Webseite habe ich alles selbst gestaltet. Das war mein Baby, das hat mich sehr viele Stunden Arbeit gekostet, hat mich herausgefordert und es hat mir wirklich gut gefallen.

Um Neues zu beginnen, darf man Altes loslassen.

In einem kleinen Ritual habe ich jede einzelne Visitenkarte geschreddert. Erst fühlte es sich wirklich komisch an. Doch dann hatte es etwas Befreiendes. Auch den Button „Webseite löschen“ zu drücken, war eine emotionale Herausforderung. Doch dann war meine neue Webseite online und ich war überglücklich.

Nun war das eine Situation, die einen positiven Hintergrund hatte. Für die ich mich selbst entschieden hatte. Wo feststand, was genau danach (Tolles) kommt. Und schon dabei, kann es sein, dass Loslassen von Vergangenem schwerfallen kann. Wie ist es dann erst in Situationen, die wir nicht selbst entscheiden, die von Schatten umgeben sind, die uns belasten?

Das können Themen sein, wie z.B.:

  • verletzte Gefühle oder Kränkungen
  • Schuldgefühle wegen eines Fehlers
  • Ärger über eine Fehlentscheidung oder einen Misserfolg
  • Verhaltensmuster, die uns schädigen
  • ein Job, der uns krank macht
  • eine gescheiterte Partnerschaft
  • Kinder, die längst selbständig sind
  • der Tod einer geliebten Person

Das können aber auch Dinge sein, die wir schon lange nicht mehr brauchen und die wir in unserer Wohnung horten. Diese Dinge können uns unwahrscheinlich viel Energie rauben. Deshalb ist auch ein Ausmisten wie z.B. bei einem Frühjahrsputz so befreiend.

Loslassen ist ein Reinigungsprozess

Im wahrsten Sinne des Wortes beim Ausmisten der Wohnung und/oder emotional für die Seele. Es bedeutet Altes und Blockierendes aufzugeben, sich von belastenden Dinge zu trennen und Platz für Neues zu schaffen.

Nur wer loslässt, hat beide Hände freii.

Loslassen ist die Grundvoraussetzung, um Veränderung im Leben zulassen zu können.

Häufig drehen wir uns aber im Kreis mit unseren Gedanken:

  • Warum musste mir das passieren?
  • Wieso hat er/sie mir das angetan?
  • Warum habe ich mich falsch entschieden?
  • Warum ist das Leben so ungerecht?
  • …und und und…Sie kennen Ihre belastenden Fragen

Solange Sie unbewusst an alten Überzeugungen, Denkmustern und unbewältigten Gefühlen festhalten, können Sie nicht wirklich neu starten.

Loszulassen bedeutet nicht zu verdrängen, zu vergessen, sondern zu akzeptieren, dass es so war, wie es war. Es geht darum, die Vergangenheit als Teil Ihres Buches „Mein Leben“ zu akzeptieren und gleichzeitig zu wissen, dass Sie jetzt ein neues Kapitel aufschlagen.

Wie können Sie nun loslassen? 3 Schritte, die Ihnen helfen

Das wichtigste ist, die negativen Gefühle zuzulassen.

Erst müssen wir den Schmerz bewusst wahrnehmen und annehmen. Gestehen Sie sich ein, dass Sie verletzt, eifersüchtig, unsicher, ängstlich, wütend sind. Wenn wir Gefühle verdrängen wollen (man darf nicht wütend sein, es ist unreif eifersüchtig zu sein), verstärken wir diese nur. Negative Gefühle wollen gesehen werden.

1. Machen Sie sich die negativen Auswirkungen des Festhaltens bewusst

Welche Auswirkungen hatte es bisher und könnte es weiter haben. Schauen Sie sich alle Ebenen an: körperlich, psychisch, sozial. Schreiben Sie das auf.

2. Malen Sie sich positive Folgen des Loslassens aus

Was gewinnen Sie, wenn Sie loslassen? Wie könnte Ihr Leben aussehen, wenn Sie nicht weiter an den blockierenden Gedanken festhalten?

3. Entscheiden Sie sich bewusst, loslassen zu wollen

Dabei kann Sie ein Abschiedsritual unterstützen. Schreiben Sie das, was Sie gerne loslassen möchten, auf einen Zettel. Und dann verabschieden Sie sich ganz bewusst, in dem Sie z.B. den Zettel verbrennen, die Toilette herunterspülen, vergraben oder an einen Heliumballon hängen und fliegen lassen.

Wenn Sie den Ärger oder die Enttäuschung über eine Person loslassen möchten, kann es auch helfen, einen Brief an die Person zu schreiben. Beschreiben Sie Ihre Gefühle, beschreiben Sie, was Sie sich wünschen. Danken Sie der Person auch für positive Dinge, die in Ihrer Beziehung waren/sind. Auch wenn Sie stark verärgert sind, wenn Sie wirklich nachdenken, werden Sie positive Dinge finden. Sie müssen den Brief nicht abschicken, schon das Schreiben hilft Ihnen, Ihre Seele zu entlasten.

Wann haben Sie bewusst das letzte Mal etwas losgelassen? Haben Sie ein Ritual? Schreiben Sie das gern in den Kommentar. Teilen Sie den Beitrag gern in Ihrem Umfeld mit Menschen, die gerade an etwas festhalten und sich dadurch selbst blockieren.

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  • Mega Anleitung!
    Vielen lieben Dank.

    Lg
    Philipp

  • Liebe Kathrin,
    ein wirklich wertvoller Beitrag!

    Besonders hilfreich fanden wir die Idee, Rituale einzubinden. Ergänzend könnte noch regelmäßige Meditation helfen, um innere Ruhe zu finden und den Prozess des Loslassens zu unterstützen.

    Liebe Grüße
    Julia & Steffen
    von Fidertas

    • Danke Julia und Steffen für den Beitrag. Meditationen sind auch ein guter Weg.

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