Schlechte Gewohnheiten – Gift für ein glückliches Leben - kathrin-meyer.com

Schlechte Gewohnheiten – Gift für ein glückliches Leben

Natürlich kann jemand sagen: „Ich bin mit meinem Übergewicht, meinen Zigaretten und 4 Stunden täglich vor dem Fernseher vollkommen glücklich“. Aber ich bin überzeugt davon, dass im tiefsten Inneren sich häufig ganz andere Vorstellungen vom Leben verbergen. Nur man schafft es leider nicht, die schlechten Gewohnheiten konsequent zu ändern.

Wer sein Leben ändern möchte, muss schlechte Gewohnheiten ablegen

Aber warum ist das so schwer? Gewohnheiten sollen unser Leben erleichtern. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Mal überlegen, ob Sie auf Toilette gehen oder nicht. Oder Sie müssten das Zähneputzen jeden Morgen neu überdenken. Beim Autofahren profitieren wir sehr von Gewohnheiten bzw. Routinen. Manchmal kann man sich gar nicht mehr erinnern, wie man von einem Ort zum anderen gekommen ist. Und nicht vorzustellen, man müsste jedes Mal neu Fahrradfahren oder Schwimmen erlernen.

Das ist evolutionstechnisch bedingt. Unser Gehirn ist aus Urzeiten auf drei Dinge programmiert: Energie zu sparen, Risiko zu minimieren und sich fortzupflanzen. Die ersten beiden Punkte sind dafür verantwortlich, dass uns Veränderungen so schwer fallen. Diese sind anstrengend und manchmal auch riskant. Riskant nicht unbedingt bei schlechten Gewohnheiten, aber der Mechanismus ist der gleiche.

Außerdem ist unser Gehirn auf „Belohnung“ trainiert. Wird ein Verlangen gestillt, wird Dopamin ausgeschüttet und damit das Belohnungssystem stimuliert. Dieses sendet daraufhin die Botenstoffe an andere Areale des Gehirns, die für die Empfindung von Freude und Zufriedenheit zuständig sind.


Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; 
erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander.

Konfuzius

Das ist ein Widerspruch zwischen unseren bewussten Zielen und den (unbewussten) unseres Gehirns. Die kurzfristige Belohnung einer Tafel Schokolade ist um einiges verlockender, als langfristig eine gute Figur zu haben. Das wird schnell zum Kreislauf. Die Belohnung ist der Grund, warum es zur Entstehung von Gewohnheiten kommt. Deshalb ist es wichtig, sich neue Belohnungen zu überlegen.

Auslöser für Gewohnheiten können bestimmte Orte, Tageszeiten, Gefühle oder Situationen sein. Es ist wichtig, diese zu erkennen.

Gewohnheiten und Routinen bestimmen Ihre Lebensqualität.

Unser Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen einer guten und einer schlechten Gewohnheit. Es laufen einfach Routinen ab. Aber genau von diesen Routinen ist häufig die Lebensqualität abhängig.

Wer Gewohnheiten loswerden möchte, muss alte Routinen durch neue Routinen ersetzen. Neue Gewohnheiten fühlen sich unangenehm, zumindest aber komisch an. Verschränken Sie mal die Arme. Und jetzt tun Sie es so, dass der andere Arm oben ist. Das mache ich häufig in meinen Seminaren und den meisten Menschen fällt das schwer. Aber mit ein bisschen Übung bekommt man das gut hin.

Man kann auch das Gefühl haben, dass „das Neue“ nicht zu einem passt. Mir fiel es z.B. unwahrscheinlich schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. U.a. weil eine mir wichtige Person sagte, „Ohne Rauchen kann ich mir dich gar nicht vorstellen, Rauchen passt zu dir“. Außerdem konnte ich mir gar nicht vorstellen, was ich machen sollte, wenn ich auf die Bahn warte. Nach dem Frühstück gehörte es einfach dazu, mit einem Kaffee auf dem Balkon eine zu rauchen oder zum Wein gehörte auch einfach die Zigarette dazu.

Egal wie schwer es ist: mit etwas Willenskraft, der Kenntnis darüber, wie unser Gehirn uns austrickst und einer guten Strategie ist es möglich, alte Routinen aufzubrechen. Ca. 4-8 Wochen braucht man, um Gewohnheiten zu verändern.


Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen, 
man muss sie Stufe für Stufe die Treppe hinunterlocken.

​Mark Twain

4 Tipps, schlechte Gewohnheiten hinter sich zu lassen

1. ​Machen Sie sich klar, warum Sie diese schlechten Gewohnheiten ändern wollen

Das „Warum“ ist bei jeder Veränderung absolut wichtig - der Treiber sozusagen, wenn es mal schwer wird. Als Motivation hilft es nicht, wenn jemand anderes sagt: „Du müsstest mal abnehmen“ oder „Du solltest nicht so viel Fernsehen schauen“. Es muss aus Ihnen heraus kommen und ein tiefes Bedürfnis sein.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Mit welchen Nachteilen/Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich die schlechte Gewohnheit weiterhin behalte?“
  • Worauf werde ich im Leben verzichten müssen, wenn ich meine Gewohnheit nicht ändere?
  • Welche Nachteile jeglicher Art machen sich jetzt bereits bemerkbar?
  • Was würde ich gewinnen, wenn ich die schlechte durch eine gute Gewohnheit ersetze?
  • Welche Vorteile hätte ich?
  •  Wie würde mein Leben in 1, 5, 10 Jahren aussehen, wenn ich die schlechte Gewohnheit losließe?

2. ​Gehen Sie auf Nummer sicher

Unser Gehirn braucht viele Wiederholungen, um etwas Neues fest als Routine zu verankern. Auf dem Weg dorthin können Sie einige Stolpersteine von Ihrem Vorhaben abhalten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich ein paar Brücken bauen.

Wenn Sie Ihre Auslöser kennen, schreiben Sie sich vorher auf, was Sie tun, wenn Sie die auslösenden Situationen nicht vermeiden können.

Schreiben Sie sich auf: „Wenn abc eintritt, dann mache ich xyz.“

  • Wenn es regnet und ich nicht joggen gehen kann, dann mache ich ein Workout in der Wohnung (manche sind so konsequent und gehen auch bei strömenden Regen joggen).
  • Wenn ich kurzfristig zu einem Geschäftsessen muss, dann bestelle ich mir einen Salat.

Das ist nicht nur für äußere Fallen und Hindernisse sinnvoll, sondern auch für den inneren Schweinhund.

  • Wenn ich einen Hieper auf Schokolade habe, dann schaue ich mir ein sehr unvorteilhaftes Foto von mir im Bikini an (oder aber ein altes Foto, wo ich meine Idealfigur habe).

Machen Sie sich da wirklich Gedanken, was Sie im „Notfall“ tun wollen.

3. ​Bleiben Sie dran, auch wenn es erstmal unangenehm ist

Der Ausdruck „etwas ist  gewöhnungsbedürftigkommt nicht von ungefähr. Alles Neue ist erstmal ungewohnt. Und es fällt schwer bzw. ist sogar richtig unangenehm. Wie oben beschrieben, wehrt sich unser Gehirn erst einmal gegen alle Veränderungen.

Sie können aber sicher sein, dass die unangenehmen Empfindungen verschwinden. Der Tee ohne Zucker oder frisches Gemüse schmecken überhaupt nicht? Nach einiger Zeit werden sich Ihre Geschmacksnerven daran gewöhnen und es ist für Sie normal.

Sich aufzuraffen zum Sport zu gehen ist jedes Mal eine Höllenqual? Nach ein paar Wochen werden Sie es sogar brauchen. Natürlich nur, wenn Sie sich etwas ausgesucht haben, was Ihnen wirklich Spaß macht und Sie auch ein entsprechendes Belohnungsgefühl „installiert“ haben. Was nach dem Sport, aber nicht unbedingt heißen sollte: „Ich gönn mir eine Tafel Schokolade“ ;-). Es wird häufig unterschätzt, wieviel Sport man machen muss, um entsprechende Kalorien abzubauen. Für eine Tafel Schokolade muss z.B. eine 60kg schwere Frau in einer Stunde 10 km laufen.

4. Kontrollieren Sie sich und schreiben Sie Erfolge auf

Gewohnheiten haben es an sich, dass man häufig gar nicht bewusst wahrnimmt, was man macht (ist ja für das Gehirn auch Sinn und Zweck). Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich kontrollieren. Wollen Sie weniger Fernsehen schauen, geben Sie sich ein Limit, überprüfen Sie das und schreiben Sie es ggf. sogar auf. Wollen Sie abnehmen, führen Sie ein Gewichtstagebuch. Da gibt es auch schon gute Waagen (z.B. Preis-Leistungs-Sieger 2019) in Kombination mit einer App, die das hervorragend tracken. Egal, was Sie verändern wollen: Setzen Sie sich Ziele und kontrollieren Sie diese.

Welche schlechten Gewohnheiten wollen Sie aufgeben? Welche Strategien verfolgen Sie? Haben Sie Tipps? Schreiben Sie das gern in den Kommentar und wenn Sie glauben, einem Bekannten könnte der Artikel helfen, leiten Sie ihn gern weiter.

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